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Reklamationsmanagement – Beschwerden als Chance nutzen

Jede Reklamation ist unangenehm. Aber jede Reklamation, die du professionell löst, stärkt die Kundenbeziehung. Und jede, die du ignorierst, kostet dich den Auftrag.

19. Februar 2026 6 Min. Lesezeit Organisation

Definition

Reklamationsmanagement ist der strukturierte Prozess zur Erfassung, Bearbeitung und Nachverfolgung von Kundenbeschwerden – mit dem Ziel, Qualitätsmängel zu beheben, Ursachen abzustellen und Kundenverluste zu verhindern.

Zusammenfassung – Reklamationsmanagement auf einen Blick

Reklamationsmanagement macht aus Kundenbeschwerden einen strukturierten Prozess: Erfassen, Analysieren, Beheben, Nachverfolgen.

Die Reaktionszeit ist entscheidend: Innerhalb von 24 Stunden reagieren – bei kritischen Mängeln sofort.

Digitale Erfassung macht den Unterschied: Statt mündlicher Beschwerden, die untergehen, werden Reklamationen dokumentiert, zugewiesen und nachverfolgt.

01 – GrundlagenWarum Reklamationsmanagement entscheidend ist

In der Gebäudereinigung gibt es eine unbequeme Wahrheit: Die meisten Kündigungen kommen nicht wegen des Preises, sondern wegen der Qualität. Und Qualitätsprobleme äußern sich zuerst als Reklamationen. Wer Beschwerden ignoriert oder verschleppt, verliert Kunden.

Die gute Nachricht: Ein Kunde, der reklamiert, gibt dir eine zweite Chance. Kunden, die sich nicht beschweren, wechseln einfach – ohne Vorwarnung. Jede Reklamation ist also gleichzeitig Warnsignal und Gelegenheit.

Die Formel ist einfach: Schnelle Reaktion + konkrete Lösung + Nachverfolgung = Kundenbindung. Das klingt trivial, scheitert in der Praxis aber oft an fehlenden Prozessen und fehlender Dokumentation.

Kategorie

Organisation

Auch bekannt als

Beschwerdemanagement, Qualitätsreklamation, Claim Management

Relevant für

GF, Objektleiter, Kundenservice

Mendato-Modul

Aufträge & Operations

02 – ProzessDer Reklamationsprozess in 4 Schritten

1. Erfassung

Jede Beschwerde wird sofort dokumentiert: Was genau wurde bemängelt? Welches Objekt? Wann ist es aufgefallen? Wer hat es gemeldet? Je präziser die Erfassung, desto schneller die Lösung. Fotos sind dabei Gold wert.

2. Analyse

Ursachenforschung: Liegt es am Personal (nicht anwesend, nicht eingearbeitet)? Am Material (falsche Reiniger, defekte Geräte)? Am Leistungsverzeichnis (Kunde erwartet mehr als vereinbart)? Oder an der Organisation (Einsatzplanung fehlerhaft)?

3. Behebung

Konkrete Maßnahme einleiten – mit Frist und Verantwortlichem. Beispiel: „Nacharbeit morgen früh durch Springer-Team, Objektleiter kontrolliert bis 10:00.“ Den Kunden über die Maßnahme informieren.

4. Nachverfolgung

Nach 3–5 Tagen: Ist das Problem behoben? Ist der Kunde zufrieden? Wenn ja, Vorgang schließen. Wenn nein, eskalieren. Zusätzlich: Muster erkennen – wenn dasselbe Objekt wiederholt reklamiert wird, liegt ein strukturelles Problem vor.

📝 Praxistipp: Die 24-Stunden-Regel

Reagiere innerhalb von 24 Stunden auf jede Reklamation – mindestens mit einer Bestätigung und einem konkreten nächsten Schritt. Kunden verzeihen Fehler erstaunlich gut, wenn sie sehen, dass schnell und professionell reagiert wird.

03 – UrsachenDie häufigsten Reklamationsgründe

ReklamationsgrundHäufigkeitTypische Ursache
Bodenreinigung mangelhaftSehr häufigZu wenig Zeit, falsches Reinigungsmittel
Sanitärbereich nicht sauberHäufigVergessen, Zeitdruck, fehlende Prüfung
Mülleimer nicht geleertHäufigÜbersehen, Checkliste nicht befolgt
Staubwischen vergessenMittelNicht im Tagesplan, Prioritätenfehler
Reinigung nicht durchgeführtSelten, aber kritischPersonalausfall, Disposition versagt

⚠ Warnsignale: Kundenverlust droht

  • Gleiche Beschwerde zum dritten Mal
  • Kunde kommuniziert nur noch per E-Mail (Distanz)
  • Reklamation kommt direkt an GF statt an Objektleiter
  • Kunde erfragt Kündigungsfristen
  • Keine Rückmeldung mehr nach Behebung

✔ So bindest du den Kunden

  • Sofort reagieren – nicht erst auf Rückfrage
  • Konkrete Maßnahme benennen, nicht nur entschuldigen
  • Proaktiv nach Zufriedenheit fragen
  • Ursache abstellen, nicht nur Symptom beheben
  • Bei wiederholter Reklamation: persönliches Gespräch anbieten

04 – Digitale LösungReklamationsmanagement mit Mendato

In vielen Betrieben laufen Beschwerden über verschiedene Kanäle: Anruf beim Objektleiter, E-Mail an die GF, WhatsApp-Nachricht. Manche Beschwerden gehen unter, andere werden doppelt bearbeitet. Ohne System kein Überblick.

Zentrale Erfassung: Reklamationen werden direkt im System angelegt – mit Objekt, Beschreibung, Foto und Priorität. Kein Zettel, kein Vergessen.

Automatische Zuweisung: Die Reklamation wird dem zuständigen Objektleiter zugewiesen. Er bekommt eine Benachrichtigung und eine Frist.

Nachverfolgung: Offene Reklamationen werden im Dashboard angezeigt. Eskalierende Fälle (Frist überschritten, wiederholte Beschwerde) werden hervorgehoben.

Auswertung: Welche Objekte haben die meisten Reklamationen? Welche Beschwerdetypen häufen sich? Daraus entstehen gezielte Verbesserungsmaßnahmen.

✓ Mendato-Vorteil

Mit Mendato verbindest du Reklamationsmanagement direkt mit Qualitätskontrolle und Einsatzplanung. Wenn eine Reklamation eingeht, siehst du sofort: Wer hat gereinigt? War die QK in Ordnung? Wo liegt das Problem? So wird aus Reaktion Prävention.

05 – FazitProfessionell mit Beschwerden umgehen

Reklamationsmanagement ist kein Nice-to-have – es ist Kundenbindung in Reinform. Jeder Betrieb hat Beschwerden. Der Unterschied liegt darin, wie professionell du damit umgehst.

Baue einen klaren Prozess auf: Erfassen, Analysieren, Beheben, Nachverfolgen. Digitalisiere diesen Prozess, damit nichts untergeht. Und nutze die Daten, um Muster zu erkennen und Ursachen abzustellen – dann werden Reklamationen seltener, nicht häufiger.

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06 – FAQHäufig gestellte Fragen

Was gehört zu einem guten Reklamationsmanagement in der Gebäudereinigung?
Ein gutes Reklamationsmanagement umfasst vier Schritte: Erfassung (Beschwerde dokumentieren mit Datum, Objekt, Art des Mangels), Analyse (Ursache klären – liegt es am Personal, Material oder Leistungsverzeichnis?), Behebung (konkrete Maßnahme einleiten und Frist setzen) und Nachverfolgung (prüfen, ob die Maßnahme gewirkt hat und den Kunden informieren).
Wie schnell muss auf eine Reklamation reagiert werden?
Idealerweise innerhalb von 24 Stunden – mindestens mit einer Eingangsbestätigung und einem Termin für die Behebung. Bei kritischen Mängeln (Hygieneprobleme, Sicherheitsrisiken) sofort. Die Reaktionszeit ist oft entscheidender als die perfekte Lösung: Kunden verzeihen Fehler, wenn sie schnell und professionell behoben werden.
Was sind die häufigsten Reklamationsgründe in der Gebäudereinigung?
Die Top-5 Reklamationsgründe sind: unzureichende Bodenreinigung, Sanitärbereiche nicht sauber, Mülleimer nicht geleert, Staubwischen vergessen und Reinigung zu spät oder gar nicht durchgeführt. Viele dieser Probleme lassen sich durch regelmäßige Qualitätskontrollen und klare Leistungsverzeichnisse vermeiden.
Wie hilft Software beim Reklamationsmanagement?
Branchensoftware wie Mendato ermöglicht die digitale Erfassung von Reklamationen direkt im Objekt per App – mit Foto, Beschreibung und Zuordnung zum verantwortlichen Objektleiter. Die Nachverfolgung wird automatisiert: offene Reklamationen werden angezeigt, Fristen überwacht und die Behebung dokumentiert.