Definition
Reklamationsmanagement ist der strukturierte Prozess zur Erfassung, Bearbeitung und Nachverfolgung von Kundenbeschwerden – mit dem Ziel, Qualitätsmängel zu beheben, Ursachen abzustellen und Kundenverluste zu verhindern.
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung – Reklamationsmanagement auf einen Blick
Reklamationsmanagement macht aus Kundenbeschwerden einen strukturierten Prozess: Erfassen, Analysieren, Beheben, Nachverfolgen.
Die Reaktionszeit ist entscheidend: Innerhalb von 24 Stunden reagieren – bei kritischen Mängeln sofort.
Digitale Erfassung macht den Unterschied: Statt mündlicher Beschwerden, die untergehen, werden Reklamationen dokumentiert, zugewiesen und nachverfolgt.
01 – GrundlagenWarum Reklamationsmanagement entscheidend ist
In der Gebäudereinigung gibt es eine unbequeme Wahrheit: Die meisten Kündigungen kommen nicht wegen des Preises, sondern wegen der Qualität. Und Qualitätsprobleme äußern sich zuerst als Reklamationen. Wer Beschwerden ignoriert oder verschleppt, verliert Kunden.
Die gute Nachricht: Ein Kunde, der reklamiert, gibt dir eine zweite Chance. Kunden, die sich nicht beschweren, wechseln einfach – ohne Vorwarnung. Jede Reklamation ist also gleichzeitig Warnsignal und Gelegenheit.
Die Formel ist einfach: Schnelle Reaktion + konkrete Lösung + Nachverfolgung = Kundenbindung. Das klingt trivial, scheitert in der Praxis aber oft an fehlenden Prozessen und fehlender Dokumentation.
Kategorie
Organisation
Auch bekannt als
Beschwerdemanagement, Qualitätsreklamation, Claim Management
Relevant für
GF, Objektleiter, Kundenservice
Mendato-Modul
02 – ProzessDer Reklamationsprozess in 4 Schritten
1. Erfassung
Jede Beschwerde wird sofort dokumentiert: Was genau wurde bemängelt? Welches Objekt? Wann ist es aufgefallen? Wer hat es gemeldet? Je präziser die Erfassung, desto schneller die Lösung. Fotos sind dabei Gold wert.
2. Analyse
Ursachenforschung: Liegt es am Personal (nicht anwesend, nicht eingearbeitet)? Am Material (falsche Reiniger, defekte Geräte)? Am Leistungsverzeichnis (Kunde erwartet mehr als vereinbart)? Oder an der Organisation (Einsatzplanung fehlerhaft)?
3. Behebung
Konkrete Maßnahme einleiten – mit Frist und Verantwortlichem. Beispiel: „Nacharbeit morgen früh durch Springer-Team, Objektleiter kontrolliert bis 10:00.“ Den Kunden über die Maßnahme informieren.
4. Nachverfolgung
Nach 3–5 Tagen: Ist das Problem behoben? Ist der Kunde zufrieden? Wenn ja, Vorgang schließen. Wenn nein, eskalieren. Zusätzlich: Muster erkennen – wenn dasselbe Objekt wiederholt reklamiert wird, liegt ein strukturelles Problem vor.
📝 Praxistipp: Die 24-Stunden-Regel
Reagiere innerhalb von 24 Stunden auf jede Reklamation – mindestens mit einer Bestätigung und einem konkreten nächsten Schritt. Kunden verzeihen Fehler erstaunlich gut, wenn sie sehen, dass schnell und professionell reagiert wird.
03 – UrsachenDie häufigsten Reklamationsgründe
| Reklamationsgrund | Häufigkeit | Typische Ursache |
|---|---|---|
| Bodenreinigung mangelhaft | Sehr häufig | Zu wenig Zeit, falsches Reinigungsmittel |
| Sanitärbereich nicht sauber | Häufig | Vergessen, Zeitdruck, fehlende Prüfung |
| Mülleimer nicht geleert | Häufig | Übersehen, Checkliste nicht befolgt |
| Staubwischen vergessen | Mittel | Nicht im Tagesplan, Prioritätenfehler |
| Reinigung nicht durchgeführt | Selten, aber kritisch | Personalausfall, Disposition versagt |
⚠ Warnsignale: Kundenverlust droht
- Gleiche Beschwerde zum dritten Mal
- Kunde kommuniziert nur noch per E-Mail (Distanz)
- Reklamation kommt direkt an GF statt an Objektleiter
- Kunde erfragt Kündigungsfristen
- Keine Rückmeldung mehr nach Behebung
✔ So bindest du den Kunden
- Sofort reagieren – nicht erst auf Rückfrage
- Konkrete Maßnahme benennen, nicht nur entschuldigen
- Proaktiv nach Zufriedenheit fragen
- Ursache abstellen, nicht nur Symptom beheben
- Bei wiederholter Reklamation: persönliches Gespräch anbieten
04 – Digitale LösungReklamationsmanagement mit Mendato
In vielen Betrieben laufen Beschwerden über verschiedene Kanäle: Anruf beim Objektleiter, E-Mail an die GF, WhatsApp-Nachricht. Manche Beschwerden gehen unter, andere werden doppelt bearbeitet. Ohne System kein Überblick.
Zentrale Erfassung: Reklamationen werden direkt im System angelegt – mit Objekt, Beschreibung, Foto und Priorität. Kein Zettel, kein Vergessen.
Automatische Zuweisung: Die Reklamation wird dem zuständigen Objektleiter zugewiesen. Er bekommt eine Benachrichtigung und eine Frist.
Nachverfolgung: Offene Reklamationen werden im Dashboard angezeigt. Eskalierende Fälle (Frist überschritten, wiederholte Beschwerde) werden hervorgehoben.
Auswertung: Welche Objekte haben die meisten Reklamationen? Welche Beschwerdetypen häufen sich? Daraus entstehen gezielte Verbesserungsmaßnahmen.
✓ Mendato-Vorteil
Mit Mendato verbindest du Reklamationsmanagement direkt mit Qualitätskontrolle und Einsatzplanung. Wenn eine Reklamation eingeht, siehst du sofort: Wer hat gereinigt? War die QK in Ordnung? Wo liegt das Problem? So wird aus Reaktion Prävention.
05 – FazitProfessionell mit Beschwerden umgehen
Reklamationsmanagement ist kein Nice-to-have – es ist Kundenbindung in Reinform. Jeder Betrieb hat Beschwerden. Der Unterschied liegt darin, wie professionell du damit umgehst.
Baue einen klaren Prozess auf: Erfassen, Analysieren, Beheben, Nachverfolgen. Digitalisiere diesen Prozess, damit nichts untergeht. Und nutze die Daten, um Muster zu erkennen und Ursachen abzustellen – dann werden Reklamationen seltener, nicht häufiger.
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